marieborn

Buchbesprechung: Selbstmanagement und Zeitplanung

In Schwerelos am Januar 28, 2012 um 4:45 nachmittags

 Dinge endlich geregelt kriegen – am besten auch noch rechtzeitig. Diesem Wunsch soll der lernende Leser mit Hilfe von Edith Pürschels Buch näher kommen.

Die Autorin arbeitet in der psychologischen Beratung an der freien Universtität Berlin. Der Klappentext verspricht, dass das Buch ideal auf die Bedürfnisse von Studenten angepasst ist. In dem recht schmalen Werk finden sich 6 Themenblöck. Zunächst soll der Leser bestimmen, wie er momentan seinen Umgang mit der Zeit pflegt. In Tortendiagrammen soll eingetragen werden, wie man seine Zeit aktuelle verbringt und optimaler Weise verbringen möchte.

"Rebecca Fikuart" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc-nd)

"Rebecca Fikuart" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc-nd)

Zum Ausfüllen soll eine Woche lang notiert werden, was man wie lange macht. Im Praxistest fiel die Methode leider durch: In den ersten zwei Tagen notierte ich noch akribisch jede Mahlzeit und jede Straßenbahnfahrt, am 3. Tag gab es erste Lücken, bis ich das Unterfangen am 4 Tag beendete. Super, gleich die erste Aufgabe und ich scheitere an der Umsetzung. Auch der Vergleich der Tortendiagramme brachte mich nicht weiter. Natürlich, es ist eine nette Idee, zu schauen, wie lange man in der Uni sitzt, sich mit Freunden trifft oder einem Hobby nachgeht.  Mir wurde schnell klar, dass meine Wunschverteilung auf einen Tag mit mindestens 48 Stunden hinauslaufen würde. Ein kleines Plus gab es am Ende des Kapitels: Über Ziele und Wünsche nachzudenken war eine tolle Motivationshilfe.

Den zweiten Teil des Buches, Studieren lernen, hätte man in meinen Augen streichen können. Hier wird einiges über Lernverhalten und Arbeiten in Gruppen erläutert. Dabei werden die Themen sehr knapp abgehandelt. Der 3. und 4. Teil wiederum konnten punkten. Nachdem ich mit Hilfe der Übungen meine “Zeitdiebe” entlarvt habe und auch den ein oder anderen Tipp berücksichtigt hatte, kam mir meine Arbeitshaltung schon deutliche verbessert vor. Auch dem Kapitel rund um Motivation und Konzentration konnte ich etwas abgewinnen.

"Bianca Taube" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc) http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/deed.de

Gegen Ende hin sank der Nützlichkeitsfaktor jedoch erneut. Der 5. Teil arbeitet mit dem Selbstcoaching und erklärt dem Leser, wie man mit dem inneren Schweinehund fertig werden soll. “Mit Gewohnheiten brechen” und “Mit Widerständen rechnen” lauten zwei der plakativen Unterkapitel. Zunächst wirkt dieser Teil wirklich entmutigend, da dem Leser dagelegt wird, dass er das vorher mühsam Erarbeitere vergessen kann, sofern er sein Leben nicht komplett umkrempelt. Um ihn beim Umkrempeln zu unterstützen gibt es wieder einige Tipps. Diesen stehen in meinem Augen in keinem Verhältnis zu den geforderten Veränderungen. Da heißt es dann in etwa: Gehen sie positiv an Veränderungen heran. Etwas Neues zu beginnen ist besser, als sich etwas abzugewöhnen.

Zur Aufmachung des Buches: Viele Kästen, Tipps und Zusammenfassungen ermöglichen einen schnellen Überblick. Einige Tabellen und Grafiken lockern die Bleiwüste auf. Allerdings finden sich in dem Buch viele grammatikalische Fehler (Kommata, Pronomen…).

Fazit: Für diese Berg und Tal Fahrt der Nützlichkeit gibt es 2 von 5 Sternen.

Vielen Dank an bloggdeinbuch und den UTB Verlag (hier bestellbar)

Blogreview: Wulff auf allen Kanälen

In Botengang am Januar 5, 2012 um 12:51 vormittags

Die “Causa Wulff” ist nicht nur in den einschlägigen Medien täglich mit mindestens einem Artikel vertreten. Immer mehr Blogger scheinen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Allein auf meiner Freshly Pressed Seite finden sich 13 von 19 Bloggs mit diesem Thema. Da stellt sich die Frage: Muss ich das aus? Bringt das Leser? Muss ein Blog  jedes “große” Thema aufgreifen?

"Theo Müller" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

"Theo Müller" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Ein Blick in die Bloggosphäre zeigt: Vom Politblog bis zum “Ich-schreibe-das-was-mir-in-den-Sinn-kommt”-Blogg, jeder ist auf den Wulffzug aufgesprungen. Dummer Weise doppelt sich nun alles. Hin und wieder beschleicht den Leser das Gefühl, als befinde er sich in einer Szene a la “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Öffnet er einen neuen Blogg, so wiederholt sich das Karussel von Pressefreiheit, Verantwortung, Krediten und niedersächsischem Ministergesetz. Und noch etwas wird deutlich: Recherche macht den Unterschied. Viele kleinere Blogs begnügen sich damit, die eigene Meinung Kund zu tun, so zum Beispiel auf diesem Blog eines Pfarrers aus Essen.  Eine Meinungsäußerung scheint recht ungefährlich, schließlich bewerten die meisten Deutschen Wulffs Verhalten als inakzeptabel. Nach einer Umfrage von Tagesschau.de im Anschluss an Wulffs Interview heute halten 77,2 % (Stand: 23.16 Uhr) der 9368 Teilnehmer Wulffs Äußerungen für nicht überzeugend. Die Politblogs hingegen bieten mehr Fakten. Viel von ihnen erledigen ihre Arbeit gut. Schon nach kurzer Zeit stehe Analysen im Netz, gespickt mit Fakten und unter Verwendung seriöser Quellen. Diese Blogs werden von Journalisten, Politikwissenschaftlern und ähnlichem Klientel verfasst. Zu den informativen Blogs zählt unter anderem jender von Jacob Jung oder die Seite von netzpolitik.org  (vermarktet durch ZEITonline), die sich zumindest auch mit “Randerscheinungen” wie der journalistischen Sperrfrist befasst.

"DANA radloff" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

"DANA radloff" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Politische Blogeinträge sind mit der heißen Nadel gestrickt, das ist dem sich ständig wandelnden Geschäft zuzuschreiben. Das da hin und wieder ein Flüchtigkeitsfehler unterläuft (da wird der Artikel zur Pressefreiheit von Art. 5 GG nach Art 6. GG verschoben), ist zu entschuldigen. Weniger Verständnis ist jedoch da angebracht, wo der Inhalt ad absurdum geführt wird. So schreibt das “Aktionsbündnis Direkte Demokartie”, das nach eigenen Angaben gegen die “EU-Diktatur” vorgehen möchte:

“Wir gehen davon aus, dass Wulff „Dreck am Stecken“ hat. Aber: Wir gehen nicht davon aus, dass Wulff sehr viel mehr „Dreck am Stecken“ hat als Merkel und andere.

Diese hoch interessante Aussage wird leider nicht mit weiteren Ausführungen angefütter. Stattdessen folgen einige weiter Punkte, die den Bundespräsidenten zum Opfer einer Hetzkampagne machen und ihm eine Rolle im “Teil des Systems” neben “Schäuble, Merkel und Köhler” einräumen.

"Hermann Radeloff" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

"Hermann Radeloff" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Vielleicht sollte man im Chaos der Meinungeäßerungen folgende Aussage nicht vergessen: “Viele Menschen vertrauen vor allem bei “großen” Themen immer noch auf die Berichterstattung der Tagesschau” (Michael Strempel, ARD-Auslandskorrespondent in Paris). Auch wenn dieser Satz nach Selbsterhaltungsbeteuerung der öffentlich-rechtlichen Sender klingt, liegt in diesen Worten irgendwo ein wahrer Kern.

Ich bin übrigends zu dem Entschluss gekommen, dass bereits genug Kommentare zu Christian Wulffs Verhalten im Internet kursieren. Vielleicht wäre es an der Zeit, über die Rolle des Bundespräsidenten an sich und seine Beziehung zu den Grundrechten zu schreiben…

Das war 2011

In Uncategorized am Januar 1, 2012 um 9:55 nachmittags

Hier ist eine Zusammenfassung:

Eine Cable Car in San Francisco faßt 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 1.300 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 22 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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