Marie Bornickel

„Wenn´s um meinen Markt geht, dann bin ich die Rampensau“

In Fundstück on Mai 24, 2013 at 8:51 pm

Marktfrau Elke Fett träumt vom Viktualienmarkt als Weltkulturerbe – Ein Portrait

Foto: Dieter Kasimir

Foto: Dieter Kasimir

Ich war schon immer ein Augenmensch. Ästhetik ist mir wichtig. Und was gibt´s Schöneres als meinen Markt?“ Elke Fett lässt ihren Blick über den Stand am Viktualienmarkt schweifen. Den Markt, denn Sie gerne in der Liste der Weltkulturerbsstätten wiederfinden würde. Schon seit einen halben Jahr brennt sie für diesen Plan. Die Idee kam der Markfrau bei einem Empfang als sie die Stuckdecke im Münchner Goblinsaal betrachtete. Eigentlich, so dachte Fett, sei diese so schön, dass man sie zum Kulturerbe erklären müsse. An der Wand darunter liefen Panoramaaufnahmen aus München. Der Viktualienmarkt wurde oft gezeigt. „Da hab ich auf den Tisch gehaun und gedacht: Nicht die blöde Decke, sondern unser Markt gehört zum Weltkulturerbe“. Vielleicht stecken aber auch Auseinandersetzungen mit der Stadt München hinter der Idee. Die wollte den Markt renovieren und für die Touristen ansprechender gestalten. Für die Marktfrau wäre das eine Katastrophe. Sie will kein zweites Disneyland. Hätte der Viktualienmarkt Weltkultuerbestatus, wären Umbauten nicht mehr ohne Weiteres möglich.

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Foto: Christian Allinger

 

Elke Fetts wichtigster Unterstützer ist ihr Smartphone. Drei Gespräch hat sie heute morgen schon geführt, um sich mit Bekannten zum Essen zu verabreden. Die Termine sind keine reine Freundschaftspflegen, sondern bringen das Projekt voran. Ihr Netzwerk ist groß und wichtig für ihr Projekt. Da ist zum Beispiel die befreundete Juristin, die den Antrag für die Kultusministerkonferenz schreibt. Da gibt es den Freund im Stadtrat, der die anderen Abgeordneten überzeugt. Da sind befreundete Journalisten, der ihrem Projekt Öffentlichkeit verleihen.

 

Foto: Dieter Kasimier

Foto: Dieter Kasimier

Ob sie selbst auf einem Weltkulturerbe-Markt arbeitenwird, ist unsicher. Seit einigen Jahren plagt sie die Gelenkkrankheit Arthritis in den Schultern. Ihr Arzt hat ihr empfohlen, den Beruf aufzugeben. Doch daran ist für die selbst ernannte Jean d´Arc nicht zu denken: „Wenns um meinen Markt geht, da werde ich zur Rampensau – aber nur beim Markt.“

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