Marie Bornickel

Über Werbung

In Botengang on November 3, 2014 at 12:40 am

Werbung war einst die Einnahmequelle für Blogger – jetzt habe die Seitenbetreiber das Angebot für sich entdeckt

Werbung, Werbung, Werbung – es gibt kaum noch einen Blog, auf dem kein Banner prangt, das Bücher,Kleidung oder Elektrogeräte anpreist. Ursprünglich war das eine lukrative Idee für Blogger. Sobald die Klickzahlen im mehrstelligen Bereich waren, wurden freie Flächen an Werbekunden vermietet. Das große Geld dürften damit die Wenigsten gemacht haben. Dennoch, und das ist der wichtige Punkt, hatte jeder Blogger die Wahl. Die Schreiberlinge waren selbst dafür verantwortlich, ob sie ihren Leser blinkende Balken und Bewegtbilder zumuten wollten oder aber die Beiträge für sich sprechen ließen. Das hat sich jetzt geändert. Seid einigen Monaten findet sich unter den Post ein kleiner, unauffälliger Kasten. Im dezenten Design weißt er Blogger darauf hin: Hier könnte hin und wieder eine Werbeanzeige stehen. Wer sich nun freut, ein winziges Stücke vom Werbekuchen abzubekommen, der irrt. Der Gewinn geht nämlich nicht an den Blogger – sondern an die Mutterseite, in diesem Fall an WordPress. Deren Betreiber argumentieren, dass auf diese Weise Kosten gedeckt werden. Im ersten Moment verständlich, im zweiten dann doch merkwürdig. Nach drei werbe- und kostenfreien Jahren müssen auf einmal Kosten gedeckt werden. Das ist doch merkwürdig. Welche Kosten sind das denn? Bezahle ich dafür, dass mir die Seite einmal im Jahr eine Rückschau programmiert (um die im Übrigen nie gebeten wurde) und einfach so auf dem Blog postet (ohne vorherige Einwilligung des Nutzer versteht sich)? Oder dafür, dass es hin und wieder ein Update im System gibt?

Wer wirbt denn da?

Zugegeben, es ist verständlich dass ein Host gerne Gewinne machen möchte und jedes Unternehmen auf kommerzielle Erfolge setzt. Unter diesen Umständen lässt sich eine kleine Werbeanzeige, solange sie nicht zum großen Blink-Banner wird vielleicht akzeptieren. Das viel größere Problem ist jedoch, dass der Blogger gar keinen Einfluss auf die gezeigte Werbung hat. Die Anzeigen werden nur hin und wieder eingeblendet und wechseln. Vermutlich funktioniert das über Cookies, genaue Informationen gibt die sonst so umfangreiche Erklärseite von WordPress nicht. Welcher Artikel unter einem Beitrag beworben ist, weiß der Verfasser mitunter gar nicht. Das wirft Bedenken auf: Werden dort Anzeigen von Unternehmen gezeigt, die ich höchst fraglich finde? Wie hoch ist eigentlich der Gewinn, den WordPress mit der Anzeige macht? Was, wenn dort Werbung von einem Konzern erscheint, gegen den ich in anderen Beispielen schreibe? Und was passiert, wenn der freie Platz vom Blogger selbst an Werbekunden verkauft werden soll? Autonomie ade heißt es in allen Fällen. Wobei, wer ein Stück der Freiheit zurück haben will muss,ja genau, sich selbige kaufen. Für 24 Doller im Jahr kann der Blogger selber entscheiden, wann und was unter seinen Texten beworben wird oder ob es überhaupt Anzeigen geben wird. Ist Autonomie eigentlich käuflich?

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