Marie Bornickel

Posts Tagged ‘Mode’

Tauschen statt neu kaufen

In Schwerelos on Februar 20, 2011 at 3:46 pm

Der Blog ist fertig, aber worüber soll ich schreiben? Ich beginne einfach mal mit dem Naheliegensten und stelle einige meiner Lieblingsdinge vor. Den Anfang macht eine Internetseite: Kleiderkreisel.de. Vor einigen Tagen bin ich auf diese Seite gestoßen und seit her zählt sie zu meinen absoluten Favoriten.

Der Kleiderschrank platzt mal wieder aus allen Nähten. In den dunkelsten Ecken fristen die Fehlkäufe ihr Dasein. Geld und Raum für Neues ist aber auch nicht da. Dieses Dilemma ist mir wohl bekannt. Seit kurzem kenne ich die Lösung – Second hand von Kleiderkreisel. Hier kann ich meine alten Sachen gegen neue Tauschen oder Gebrauchtes zu kleinen Preisen kaufen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Wenn ich etwas anbieten möchte, mach ich ein Foto und lade es auf der Seite hoch. Schnell noch ein paar Basisdaten wie Größe und Material eingegeben, schon können Kreisler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mein Angebot bewundern. Die Kaufabwicklung läuft über Mail. Das heißt, ich entscheide, wem ich verkaufen möchte.

Noch besser als kaufen ist natürlich tauschen. Es gibt so viele tolle Kleidungsstücke auf Kleiderkreisel, dass es selten schwer fällt, Etwas passendes zu finden. Bei einer Tauschanfrage suchen sich die Kreisler ein Stück aus dem Katalog des jeweils anderen aus. Ob dann getauscht wird, entscheiden die Beteiligten selbst. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schaf. Gegenseitiges Bewerten soll solche jedoch kenntlich machen. Ich selbst hab bisher immer gute Erfahrungen gemacht (manchmal gab es sogar ein kleines Geschenk dazu).

Auf dieser Seite konnte ich das ein oder andere Schnäppchen machen, denn auch Markenkleidung wird günstig angeboten. Außerdem gibt es von Gürteln über Schmuck und Kosmetik alles, was das Herz begehrt. Dabei kann ein Tausch auch ungewöhnlich sein. So zum Beispiel meine neuste Errungenschaft: Eine Bluse gegen zwei alte Geschichtsbüche. Kleiderkreisel.de beitet aber auch eine Plattform, auf der man Selbstgemachtes (DIY – Do it yourself) verkaufen kann. Wer gerne näht oder strickt, kann sich hier einen Absatzmarkt erarbeiten.

Die Idee dahinter stammt aus Osteuropa und kommt mit nachhaltigem Hintergedanken daher: Warum neue Ressourcen verschwenden, wenn es auch anders und günstiger geht? „Kämpf stilvoll gegen Verschwendung“, so das Motto. Wirft man einen Blick auf die Jeansproduktion, sieht man der bitteren Wahrheit ins Auge:

Tatsächlich bedarf es mehr als 8000 Liter Wasser um die Baumwolle für einen Jeans zu Bewässern. In der weiteren Herstellung wird noch mehr Wasser verbraucht. Außerdem werden zu Färben Chemikalien verwendet, die der Gesundheit der Arbeitskräfte schädigt und das Trinkwasser in der benachbarten Gemeinde verunreinigt. Ist die Kleidung nicht mehr „in“ schmeißen wir sie meistens in den Müll – ohne daran zu denken, welche Ressourcen wird gerade entsorgen. Mit diesem Hintergedanken ist Second hand doch eine sehr gute Idee, oder?