Marie Bornickel

Posts Tagged ‘movement’

Neunundneunzig Prozent

In Botengang on Oktober 9, 2011 at 9:53 pm

„We are the 99 percent. We are getting kicked out of our homes. We are forced to choose between groceries and rent. We are denied quality medical care. We are suffering from environmental pollution. We are working long hours for little pay and no rights, if we’re working at all. We are getting nothing while the other 1 percent is getting everything. We are the 99 percent.“ 

"Bettina Kohlert" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc-nd)

"Bettina Kohlert" / http://www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc-nd)

(Wir sind die 99 Prozent. Wir wurden aus unseren Wohungen geworfen. Wir sind dazu gezwungen, zu entscheiden, ob wir die Miete bezahlen oder Lebensmittel kaufen. Uns wird der Zugang zu einem qualitativ hochwertigen Gesundheitssystem versagt. Wir sind diejenigen, die unter der Umweltverschmutzung leiden. Wir arbeiten für eine geringe Bezahlung, niemand garantiert und Arbeitnehmerrechte – falls wir denn überhaupt Arbeit finden. Wir bekommen nichts während 1 Prozent der Bevölkerung alles bekommen. Wir sind die 99 Prozent.)

"Tino Höfert" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

"Tino Höfert" / http://www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Dieses Statement fällt neben einem großen Foto zuerst ins Auge, ruft man die Seite „We are the 99 percent“ auf. Doch was verbirgt sich hinter diesen erschreckenden Aussagen? Liest man ein Stück weiter, wird deutlich: Diese Seite gehört zum „Occupy Wall Street“- Movement. Die Anhänger dieser Bewegung gehen sein mehreren Woche in Amerika für soziale Gerechtigkeit auf die Straße. Die Demonstranten protestieren gegen die Wohlstandsverteilung und die Macht der Banker in den USA. Mittlerweile erhaltgen sie sogar Unterstützung durch einige bekannte Persönlichkeiten. Die Seite der 99 Prozent gibt der Bewegung ein Gesicht. Alle Amerikaner werden aufgefordert, eine Foto einzustellen. Darauf soll die Person selbst und eine Liste ihrer Benachteiligungen zu sehen sein. Die Fotos zeigen, wie düster es um das amerikanische Sozialsystem steht. Amerikaner jeder Altersklasse nehem an der Aktion teil. Man findet den Studenten mit Masterabschluss, der seit 8 Monaten keine Anstellung finde genauso wie die Amerikanerin, die 3 Jobs hat und trotzdem nicht genug zum Leben verdient. Der neuste Beitrag stammt von einem jungen Soldaten:

I CAN’T HANDWRITE THIS NOTE BECAUSE MY DOMINANT HAND WAS DAMAGED IN THE MILITARY. I WAS MEDICALLY RETIRED AS A WOUNDED WARRIOR.

AFTER ONLY 4 YEARS IN THIS ONLY PROVIDES A SMALL INCOME THAT IS BARELY ENOUGH TO COVER MY MORTGAGE AND EAT CHEAP PACKAGES OF NOODLES.

[…] I ALSO HAD TO USE GRANTS TO COVER MY MORTAGE A FEW TIMES WHILE I WAS WAITING A YEAR FOR MY V.A. DISABILITY RATING. I CANNOT USE THOSE GRANTS AGAIN. […]

I WILL NEVER BE ABLE TO AFFORD TO BUY A CAR.

I WILL NEVER BE ABLE TO SAVE ANY MONEY.

I WILL NEVER BE ABLE TO AFFORD TO MOVE FROM THIS HOME.

I WILL NEVER BE ABLE TO TAKE A VACATION.

I WILL NEVER BE ABLE TO SEND MY WIFE TO SCHOOL.

I WILL NEVER BE ABLE TO AFFORD A LOAN.

I WON’T BE ABLE TO REPLACE THE ROOF ON MY HOUSE IN 5 YEARS.

I WON’T BE ABLE TO REPLACE MY 50 YEAR OLD SEPTIC TANK SO WHEN IT CRUMBLES AND FAILS MY HOME WILL BE CONDEMNED ON ACCOUNT OF SEWAGE IN THE BACK YARD.

I WON’T BE ABLE TO AFFORD MY MEDICATIONS AS I GET OLDER.

I WON’T BE ABLE TO EXPERIENCE THE AMERICAN DREAM OF PROSPERITY AND HAPPINESS.

BUT I GUESS I SHOULD LOOK AT THE POSITIVE SIDE: I WON’T BE ABLE TO TELL MY KIDS THAT THEY ARE SCREWED…. BECAUSE I DON’T HAVE ANY.

"fgew wr33" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

"fgew wr33" / http://www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

(Ich kann diese Liste nicht mit der Hand schreiben, weil meine Schreibhand in meiner Arbeit für das Militär verwundet worden ist. Nun bin ich in Frührente, als ein verwundeter Krieger.

Nach vier Jahren im Dienst ist mein Einkommen so klein, dass ich davon gerade mal meine Darlehnshypothek bezahlen kann und mich von günstigen Nudeln ernähre. […] Ich musste meinen Darlehn sogar durch Zuwendungen finanzieren, während ich ein Jahr darauf gewartet habe, als arbeitsunfähig eingestuft zu werden. […]

Ich werde nie die Möglichkeit haben, ein Auto zu kaufen. Ich werde nie dazu in der Lage sein, Geld zu sparen. Ich werde nie die Möglichkeit haben, aus meiner Wohnung wegzuziehen. Ich werde nie Urlaub machen können. Ich werde meiner Frau nicht ermöglichen können, die Schule zu besuchen. Ich werde nie einen Bankkredit bewilligt bekommen. Ich kann das Dach unseres Hause in 5 Jahren nicht erneuern. Ich kann meinen 50 Jahre alten Abwassertank nicht ersetzen. Wenn er kaputt geht, gelangt das Abwasser in meinen Hinterhof. Ich kann mir keine medizinische Versorgung im alter Leisten. Ich werde nie den amerikanischen Traum, der Zufriedenheit und Wohlstand besitzt, leben können.

Vielleicht sollte ich auf die positiven Dinge schauen: Ich muss meinen Kindern nicht erzählen, dass sie abgezockt werden – ich werde keine Kinder bekommen.)

Weiter Infos unter:

OCCUPYWALLSTREET.ORG